Claude Code's Remote Control ist da! Die lang ersehnte Funktion, mit der du lokale Sitzungen von unterwegs über dein Smartphone steuern kannst

2026-02-25
26Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2026-03-15
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Inhaltsverzeichnis

Claude Code hat eine neue Funktion namens „Remote Control" erhalten. Diese Funktion ermöglicht es, eine lokal laufende Claude Code-Sitzung direkt über den Browser eines Smartphones, Tablets oder eines anderen PCs zu steuern.

Ehrlich gesagt habe ich einen kleinen Freudentanz gemacht, als diese Funktion verfügbar wurde (lacht). Am Schreibtisch mit dem Coding beginnen und von unterwegs per Smartphone den Fortschritt überprüfen und weiterarbeiten - dieser traumhafte Workflow ist nun Wirklichkeit geworden.

In diesem Artikel fasse ich, basierend auf der offiziellen Dokumentation, die Funktionsweise und Nutzung von Remote Control zusammen.

Was kann Remote Control?

Kurz gesagt: Es handelt sich um eine Funktion, mit der man sich von einem anderen Gerät aus remote mit einer lokal laufenden Claude Code-Sitzung verbinden kann.

Der entscheidende Punkt ist „lokal laufend". Die Sitzung wird weiterhin auf dem eigenen Rechner ausgeführt und nicht in die Cloud verlagert. claude.ai/code und die mobile Claude-App (iOS / Android) fungieren als „Fenster", durch das man in die lokale Sitzung blickt.

Konkret sind folgende drei Dinge möglich:

  • Voller Zugriff auf die lokale Umgebung -- Zugriff auf alles, was lokal vorhanden ist: Dateisystem, MCP-Server, Projekteinstellungen usw.
  • Gleichzeitige Bedienung von mehreren Geräten -- Egal ob Nachrichten vom Terminal, Browser oder Smartphone gesendet werden, die Konversation wird synchronisiert
  • Wiederverbindung nach Verbindungsabbruch -- Auch wenn das Notebook in den Ruhezustand wechselt oder das Netzwerk vorübergehend ausfällt, wird nach der Wiederherstellung automatisch neu verbunden

Unterschied zur Cloud-Version

„Moment, konnte man Claude Code nicht auch im Web nutzen?" - wer das denkt, liegt richtig. Aber Remote Control und Claude Code on the web sehen sich zwar ähnlich, haben aber unterschiedliche Rollen.

AspektRemote ControlClaude Code on the web
AusführungsortEigener lokaler RechnerCloud-Umgebung von Anthropic
Lokale RessourcenMCP-Server, Tools und Einstellungen vollständig nutzbarVerwendet die cloudseitige Umgebung
Geeignete SzenarienWenn man eine laufende lokale Arbeit von einem anderen Gerät aus fortsetzen möchteWenn man ohne lokale Umgebung beginnen möchte oder parallele Tasks ausführen möchte
RepositoryBereits lokal geklontAuch nicht geklonte Repositories möglich

Kurz gesagt: Wenn man „die gerade am Schreibtisch laufende Sitzung mitnehmen" möchte, ist Remote Control die Wahl; wenn man „ohne Vorbereitung eine neue Aufgabe beginnen" möchte, ist die Cloud-Version geeignet.

Voraussetzungen

Um Remote Control nutzen zu können, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Abonnement: Pro- oder Max-Plan (nicht mit API-Key nutzbar)
  • Authentifizierung: claude gestartet und mit /login bei claude.ai angemeldet
  • Workspace-Vertrauen: claude einmal im Projektverzeichnis ausgeführt und den Workspace-Vertrauensdialog bestätigt

Derzeit ist die Funktion nicht für Team- oder Enterprise-Pläne verfügbar. Sie wird als Research Preview ausschließlich für Pro- und Max-Plan-Nutzer angeboten.

Sitzung starten

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Remote Control-Sitzung zu starten.

Variante 1: Neue Sitzung direkt starten

In das Projektverzeichnis wechseln und folgenden Befehl ausführen:

claude remote-control

Im Terminal wird eine Sitzungs-URL angezeigt, und es wird auf Remote-Verbindungen gewartet. Durch Drücken der Leertaste wird auch ein QR-Code angezeigt, was praktisch ist, wenn man schnell per Smartphone zugreifen möchte.

Folgende Flags stehen als Optionen zur Verfügung:

  • --verbose -- Zeigt detaillierte Verbindungs- und Sitzungslogs an
  • --sandbox / --no-sandbox -- Aktiviert/deaktiviert die Sandbox für Dateisystem und Netzwerk (standardmäßig deaktiviert)

Variante 2: Bestehende Sitzung remote-fähig machen

Wenn man mitten in einer Claude Code-Sitzung denkt „Ach, das würde ich gerne auch vom Smartphone aus sehen", reicht es, innerhalb der Sitzung /remote-control (Kurzform: /rc) einzugeben. Persönlich dürfte dies die häufigere Nutzungsweise sein. Es ist praktisch, dass man eine Sitzung schnell remote-fähig machen kann, wenn man plötzlich merkt, dass man das Haus verlassen muss.

/remote-control

Die aktuelle Konversationshistorie wird dabei übernommen und die Remote-Verbindung beginnt.

Übrigens: Wenn man der Sitzung vorab mit dem Befehl /rename einen Namen gibt, lässt sie sich in der Sitzungsliste auf einem anderen Gerät leichter finden. Das ist unscheinbar, aber hilfreich, wenn die Anzahl der Sitzungen zunimmt.

Verbindung von einem anderen Gerät

Sobald eine Remote Control-Sitzung gestartet ist, kann man sich von einem anderen Gerät auf eine der folgenden Arten verbinden:

  1. Sitzungs-URL öffnen -- Die im Terminal angezeigte URL direkt im Browser öffnen
  2. QR-Code scannen -- Bei Start mit claude remote-control wird durch Drücken der Leertaste im Terminal ein QR-Code angezeigt (erneutes Drücken blendet ihn aus). Bei /remote-control wird er automatisch zusammen mit der Sitzungs-URL angezeigt. Den angezeigten QR-Code mit der mobilen Claude-App scannen, um sofort eine Verbindung herzustellen. Je nach Terminaltyp wird der QR-Code möglicherweise nicht korrekt dargestellt. In meiner Umgebung wurde er in Ghostty-basiertem cmux nicht angezeigt, im Standard-Mac-Terminal jedoch problemlos. Falls es nicht funktioniert, ist es zuverlässiger, die Sitzungs-URL zu kopieren und direkt im Browser zu öffnen oder über die Sitzungsliste zu verbinden
  3. Aus der Sitzungsliste auswählen -- Auf claude.ai/code oder in der mobilen App werden Online-Remote-Control-Sitzungen durch ein Computersymbol mit grünem Punkt neben dem Sitzungsnamen gekennzeichnet

Automatisch für alle Sitzungen aktivieren

Wer es lästig findet, jedes Mal claude remote-control einzugeben, kann die automatische Aktivierung einrichten. Dazu /config in Claude Code ausführen und Enable Remote Control for all sessions auf true setzen.

Allerdings ist pro Claude Code-Sitzung nur eine Remote-Verbindung möglich. Wenn beispielsweise zwei Terminals geöffnet sind und in jedem claude gestartet wurde, sind das zwei unabhängige Sitzungen, und Remote Control muss für jede Sitzung separat eingerichtet werden. „Eine Sitzung gleichzeitig von mehreren Remote-Geräten aus steuern" ist möglich, aber „mehrere Sitzungen mit einer Remote Control-Einstellung gemeinsam verwalten" ist nicht möglich.

Sicherheitskonzept

„Von außen auf eine lokale Sitzung zugreifen" - das klingt nach einem Sicherheitsrisiko.

Laut offizieller Dokumentation ist Remote Control wie folgt konzipiert:

  • Nur ausgehend -- Der lokale Claude Code-Prozess führt ausschließlich ausgehende HTTPS-Anfragen durch und öffnet keine eingehenden Ports auf dem Rechner
  • Polling-Verfahren -- Beim Start der Sitzung wird diese bei der Anthropic-API registriert, und der lokale Prozess empfängt Anweisungen per Polling
  • TLS-Verschlüsselung -- Der gesamte Datenverkehr läuft über die Anthropic-API und wird mit demselben TLS wie bei normalen Claude Code-Sitzungen geschützt
  • Kurzlebige Anmeldedaten -- Für die Verbindung werden mehrere kurzlebige Anmeldedaten verwendet, die jeweils auf einen einzigen Zweck beschränkt sind und unabhängig voneinander ablaufen

Das bedeutet: Es wird keine Lücke in den lokalen Rechner geöffnet, sondern der Datenaustausch erfolgt sicher über die Server von Anthropic als Vermittler.

Wichtige Einschränkungen

Da es sich noch um eine Research Preview handelt, gibt es einige Einschränkungen:

  • Nur eine Remote-Sitzung -- Pro Claude Code-Sitzung ist nur eine Remote-Verbindung möglich
  • Sitzung endet beim Schließen des Terminals -- Da Remote Control als lokaler Prozess läuft, endet die Sitzung, wenn das Terminal geschlossen oder der claude-Prozess beendet wird. Zum Fortsetzen muss claude remote-control erneut ausgeführt werden
  • Längere Netzwerkunterbrechungen nicht möglich -- Wenn der Rechner zwar läuft, aber etwa 10 Minuten oder länger keine Netzwerkverbindung besteht, läuft die Sitzung ab und wird beendet

Der Punkt, dass die Sitzung beim Schließen des Terminals endet, erfordert etwas Aufmerksamkeit. Andererseits bedeutet das, dass keine unbeabsichtigten Sitzungen bestehen bleiben, was aus Sicherheitssicht eher beruhigend ist.

Persönliche Highlights

Hier noch ein paar persönliche Eindrücke aus der tatsächlichen Nutzung.

1. Die psychologische Hürde für „kurz weg vom Schreibtisch" ist gesunken

Bisher gab es nach dem Übergeben einer größeren Aufgabe an Claude Code das Dilemma: „Ich will das Ergebnis sehen, aber ich möchte auch vom Schreibtisch weg...". Mit Remote Control kann man den Fortschritt in Echtzeit per Smartphone verfolgen und beruhigt Kaffee holen gehen (lacht).

2. Lokale MCP-Server bleiben nutzbar

Das ist unauffällig, aber bedeutsam. Bei der Cloud-Version von Claude Code ist natürlich kein Zugriff auf lokal laufende MCP-Server möglich. Mit Remote Control läuft die Sitzung jedoch lokal, sodass die MCP-Verbindung erhalten bleibt. Wenn die Entwicklungsumgebung von MCP abhängt, ist das ein erheblicher Vorteil.

3. Bedienbarkeit auf dem Smartphone

Wenn man sich über die mobile Claude-App mit der Sitzung verbindet, kann man über dieselbe UI wie beim normalen Chat interagieren. Zum Schreiben von Code ist der Bildschirm zwar klein, aber für Anweisungen wie „Ändere diese Datei" oder „Führe die Tests aus" ist das Smartphone durchaus praktisch genug.

Zusammenfassung

Remote Control in Claude Code ist eine Funktion, die lokale Entwicklungssitzungen von überall aus zugänglich macht.

  • Lokal ausführen, remote steuern -- Die Sitzung läuft weiterhin auf dem eigenen Rechner, Browser und Smartphone fungieren als „Fenster"
  • Übernahme bestehender Sitzungen -- Mit /remote-control wird die aktuelle Sitzung direkt remote-fähig gemacht
  • Sicheres Design -- Keine eingehenden Ports erforderlich, TLS-Verschlüsselung, kurzlebige Anmeldedaten
  • Verfügbar als Research Preview für Pro- und Max-Plan-Nutzer

„Mit KI zusammen Pair-Programming machen und dabei herumlaufen" - das hätte man sich noch vor Kurzem nicht vorstellen können. Da es sich noch um eine Research Preview handelt, gibt es möglicherweise noch einige raue Kanten, aber das Konzept, die lokale Entwicklungsumgebung einfach mitzunehmen, hat das Potenzial, die Flexibilität der Arbeitsweise zu erweitern.

Wer einen Pro- oder Max-Plan hat, sollte es unbedingt ausprobieren. Vielleicht wird man öfter Kaffee holen gehen.

Referenzlinks

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